DAS MEER IST IN UNSERER SEELE

Fischergemeinden sind seit Tausenden von Jahren der Herzschlag Norwegens. Das handwerkliche Können und Wissen unserer Vorfahren lebt in uns weiter,dabei haben wir unsere Fertigkeiten und Verfahren im Laufe der Jahre verfeinert, damit norwegische Erzeugnisse von bestmöglicher Qualität sind und bleiben.

Hering war immer ein wesentlicher Bestandteil dieses reichen Kulturerbes – er wird sogar in der Königssage von Snorri Sturluson erwähnt, die im 13. Jahrhundert verfasst wurde. In diesem Jahrhundert, in dem Sturluson lebte, war das Meer voller Hering und er spielte bei der Entwicklung unseres Landes eine wichtige Rolle.

Auch im 19. Jahrhundert war Hering reichlich vorhanden, wovon die Norweger profitierten. Sie exportierten ihn nach Schweden, Deutschland und Russland. Hering aus Norwegen war sogar so beliebt, dass der Export innerhalb von weniger als 20 Jahren von 100.000 auf 600.000 Fässer anstieg. Das förderte die Entwicklung der norwegischen Wirtschaft von einer Primitivwirtschaft zu einer kapitalistischen Wirtschaft und führte zur Entstehung von Großstädten wie Stavanger, Haugesund und Florø.

Infographic, from 100,000 to 600,000 barrels

Der Export stieg innerhalb von weniger als 20 Jahren von 100.000 auf 600.000 Fässer.

HERING ZUM FRÜHSTÜCK, MITTAGESSEN UND ABENDESSEN

Preparing herring

Im 19. Jahrhundert war Hering ein wesentlicher Bestandteil der norwegischen Küche und kam sogar oft bis zu drei Mal am Tag auf den Tisch. Er wurde in vielen verschiedenen Rezepten verwendet – gekocht mit Fladenbrot, eingelegt mit Kartoffelknödeln oder gekocht in der Suppe. Salzhering wurde sogar im Haferbrei verwendet!

KRISENBEWÄLTIGUNG

Die Geschichte des Herings ist von vielen Höhen und Tiefen gekennzeichnet. Es handelt sich um einen pelagischen Fisch, das heißt, er schwimmt weder in der Nähe der Oberfläche noch in der Nähe des Meeresbodens und wandert im Laufe seines Lebenszyklus an viele verschiedene Orte. Ohne den Einsatz moderner Suchtechnologie wäre es durchaus möglich, dass der Hering „verschwindet“. Die 1870er Jahre waren eine dramatische und schwierige Zeit für Fischer und Händler. Viele Norweger wanderten in andere Großstädte ab oder begannen mit dem Ackerbau an Land, manche flohen sogar nach Amerika. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts machten sich die Norweger auf die Suche nach Hering und fuhren nach Westen in Richtung Island. Das führte dazu, dass jedes Jahr bis zu 200 Schiffe zum Fang entsandt wurden. Heutzutage verwenden unsere Fischer die Sonartechnik zum Auffinden der Heringsschwärme. Wir haben auch ein umfassendes Management- und Überwachungssystem eingeführt, um sicherzustellen, dass die Heringsbestände auf einem nachhaltigen Niveau bleiben.

Infographic, sonar technology

SPROTTE, EIN NEUES ABENTEUER

Das Ende der 1890er Jahr brachte mit der Erfindung von Konservenfabriken viele Veränderungen für die norwegischen Fischer. Die Sprotte (ein kleinerer Fisch der Heringsfamilie) wurde in Dosen mit bunten Farben und Markennamen verpackt zum Rückgrat dieser neuen und vielversprechenden Industrie. Später wurde der kleine Hering zusätzlich zur Sprotte ein wichtiges Produkt in der Konservenindustrie.

Stavanger wurde zur bekanntesten Konservenstadt in Norwegen, in den 1920er Jahren gab es dort um die 70 Fabriken. Heute gibt es dort sogar ein Museum, das der Konservenindustrie gewidmet ist. Durch die industrielle Verarbeitung wurde die Sprotte zu einer Delikatesse und die langlebige Verpackung ermöglichte den Norwegern den Eintritt in den blühenden angelsächsischen Markt.

DIE EINFÜHRUNG VON RINGWADEN

Norwegen war bei der Fischereitechnik schon immer führend und die 1940er Jahre kündigten mit der Erfindung der Ringwade eine neue, effizientere Ära an. Da jetzt größere Fänge möglich waren, erlebte Norwegen erneut ein schnelles Wachstum in der Heringsindustrie. Das wurde durch die Einführung von Nylon – ein stärkeres Material, das das Reißen von Netzen reduzierte – noch mehr unterstützt.

Infographic showing a boat with a purse seine

1956 war eine Rekordjahr für die Fischindustrie, es wurden über eine Million Tonnen Hering gefangen. Der Historiker Karl Egil Johansen schätzt, dass das ein Fang von etwa 4,5 Milliarden Heringen gewesen wäre. Aneinander gereiht würden diese Heringe die Welt 34 Mal umrunden.

Ringwadenschiffe folgten 1962. Mit dieser wertvollen Flotte von eigenen Schiffen konnten die Ringwaden im offenen Meer eingesetzt werden und damit eröffneten sich für die norwegischen Fischer ganz neue Möglichkeiten. Die Einführung von ca. 500 Ringwadenschiffen im Jahr 1966 wird als einer der schnellsten Umsetzungen in der Geschichte der norwegischen Fischindustrie betrachtet. Seitdem hat sich die norwegische Ringwadenflotte unter Einhaltung von staatlichen Quoten und Beschränkungen zu einer der effektivsten Flotten der Welt entwickelt.

Securing our future

Die norwegische Fischerei sind viel mehr als nur Geschichte. Die Industrie schafft auch heute noch aktive Gemeinschaften und bietet vielen Menschen eine Zukunft. Durch die einzigartige Kombination von Natur, Kultur und Ressourcenverwaltung in Norwegen sind norwegischer Fisch und Meeresfrüchte ein Produkt von Weltklasse, das in internationalen Elitemärkten wettbewerbsfähig ist. Die Industrie exportierte 2015 Fisch und Meeresfrüchte im Wert von 74,5 Milliarden Kronen (NOK), davon machte Hering 2,4 Milliarden aus.

Infographic, total export value of Norwegian seafood

Die Industrie exportierte 2015 Fisch und Meeresfrüchte im Wert von 74,5 Milliarden NOK.

Infographic, export value of herring

Exportwert des Herings.